Makro-Fotografie

Hallo Thomas,
vielen Dank für Deine spannenden Erläuterungen zum Stacking!
Die von Dir eingestellten Beispielfotos zeigen, welche tollen Ergebnisse man durch Einsatz dieser Technik erzielen kann.
Die von mir oft verwendete Panasonic G9 besitzt eine interne Stacking-Funktion, die auch frei Hand nutzbar ist.
Leider habe ich diese Möglichkeit noch nicht ausführlich getestet. Ich denke jedenfalls, dass Stacking mit einem Schlitten zwar wesentlich aufwändiger zu realisieren ist, aber dafür bestimmt effektiver und qualitativ besser ist. Das Hauptproblem für mich ist, dass sich die kleinen Krabbler und Flieger schnell bewegen. Und dann ist Stacking keine Option.

Auf Deine weiteren Ausführungen zum Thema Makro bin ich gespannt;
liebe Grüße,
Winfried
Danke Winfried! :)
Ja...die interne Stacking-Funktion kann schon begeistern - ist allerdings wirklich mehr für "mal auf die schnelle" etwas mehr Tiefenschärfe in Feld und Flur. Bei bewegten Motiven geht das eh nur bedingt, daher bin ich da echt entspannt zu hause und sammle Leichen von der Treppe auf...;)
 
Danke, Thomas, Du schreibst das immer sehr verständlich, auch wenn ich trotzdem teilweise meine Probleme habe🙈 . Aber das liegt dann nicht an Dir, sondern an meiner technischen Unvollkommenheit und dem zeitlichen Problem, sich mit diesen Themen tiefer zu befassen. ....werde ich irgendwann aber wohl mal müssen, wenn ich die "richtig" guten Fotos machen will. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Lieben Dank Pia!:)
Nun stell Dein Licht mal nicht so unter den Scheffel! Du machst sehr wohl gute Makrofotos!(y)
Dass ich so ein "Fetischist" (was Qualität betrifft) bin, ist ein Segen -aber auch ein Fluch (um es mal mit Adrian Monk zu sagen);)
 
Bin wieder mal echt fasziniert. Danke für Deine wunderbare Arbeit uns die Makrofotografie näher zu bringen. Dein Bericht ist äußerst Lehrreich!!!
Hallo Thomas,
vielen Dank für Deinen lehrreichen Artikel und die hervorragenden Beispielaufnahmen!
Gruß
Claus
Ich danke Euch!:)
Mit diesem Medium hier ist ja nicht viel mehr machbar...vieles an Details zum Thema bleibt sicher auf der Strecke...aber wenn es gefallen hat, freut es mich sehr!:giggle:
 
Hallo Thomas,
die Aufnahmen von der Fliege und der Motte haben mich total fasziniert. Sieht phatastisch aus. Warum hast du nie so ein Bild eingestellt? Das Stacking habe ich mal von Hand probiert, aber da kann man vom aufwand her nur wenige Bilder miteinander verschmelzen. Will man es gut machen kommt man wohl nicht über eine Software herum.
Danke für deine interessanten Ausführungen.
Weitere Bilder kommen ja noch...ich mach das ja erst seit wenigen Wochen! Da muss ich ja auch erst mal probieren und studieren!;)
Und was meinst Du mit "von Hand probiert"? Eine Stacking-Software benötigt man doch immer...oder wie bringst Du die Bilder zusammen?:unsure:
 
Teil 7 – Jetzt wird das Kleine richtig groß!

Wir haben uns ja nun langsam voran gearbeitet: von kleineren ABM (mit Makroobjektiven) bis zu 2:1 oder auch etwas mehr (mit Zwischenringen oder Balgengerät), von geringer Schärfentiefe zu ganzheitlich scharfer Abbildung mittels „Stacking“.
Aber auch mit den bisher erreichten ABM sind manche Dinge einfach immer noch zu klein, um ausreichend Details zu erkennen. Da muss es doch auch noch eine Lösung geben…

Gibt es auch – es gibt ja eben mittlerweile Makro-Objektive mit einem ABM bis zu 5:1. Leider haben solche technischen Glanzstücke nicht nur einen großen ABM – auch der Preis ist rekordverdächtig! Und die Möglichkeiten für Fotos "aus der Hand", sind ab einem gewissen ABM wirklich nicht mehr vernünftig umsetzbar.:rolleyes:

Was macht nun jemand, der zwar einen großen ABM nutzen, aber nicht gleich vierstellige Summen stemmen möchte?:unsure:
Wenn er rein manuelle Fotografie (also keine Datenübertragung Objektiv zur Kamera) schätzt, stationär arbeitet (also Stativ und möglichst Makroschlitten)…ja dann könnte er auf die Idee kommen, Mikroskop-Objektive zu nutzen.

Mikroskop-Objektive? Ja…genau diese kleinen Dinger, die unten an Mikroskopen d’ran sind! Die gibt es ab Vergrößerungen von 1,25x - hier nutze ich zunächst ein 4x-Objektiv …und damit ist schon richtig was möglich. Auch hierbei ist natürlich ein Adapter zum Kameraanschluss notwendig, der aber auch nur wenige Euro kostet. Ein solches Objektiv ist ebenfalls für ein Taschengeld zu haben. Bereits ab etwa 20€ ist es in guter Qualität zu erhalten. Je höher die Vergrößerung ausfällt, je höher steigt allerdings auch hier der Preis. Jedoch sehr moderat: für ein 10x-Objektiv sind es gerademal gute 50€. Man kann natürlich Objektive von Zeiss erwerben – diese liegen dann wieder beim zehnfachen Betrag – und sind für unsere Zwecke nicht zwingend notwendig!

Wenn ihr es mal ausprobieren wollt, so achtet auf den Zusatz „PLAN“ in der Objektivbezeichnung! Das bedeutet nämlich, dass ein solches Objektiv ein völlig planes Bildfeld bietet und eine entsprechend unverzerrte (keine Bildfeldwölbung) Motivwiedergabe ermöglicht!
Moderne Plan-Achromatische (ja…die kleinen 3-Linser sind auch Farbkorrigiert) Objektive haben ein Bildfeld von 22-25mm – sind also ideal für APS-C oder kleinere Sensoren. Bei Vollformat gibt es durchaus schon mal eine runde Vignettierung. Aber das ist meist nur marginal an den Rändern sichtbar und lässt sich auch im Nachhinein beheben.

Es gibt bei diesen Mikroskopobjektiven zweierlei Varianten: einmal welche, die auf Unendlich korrigiert sind (die benötigen ein „zwischengeschaltetes“ Objektiv zum scharfstellen!) und einmal welche, die für eine bestmögliche Bildwiedergabe einen bestimmten Abstand von der Hinterlinse zum Sensor benötigen. Auch dieser Abstand ist Bestandteil der jeweiligen Objektivbezeichnung. Letztere Variante ist einfach zu handhaben und benötigt für den Abstand entweder ein festes „Rohr“ (quasi ein langer Zwischenring) oder eben einfach ein Balgengerät, welches auf den passenden Abstand (kommt nicht auf den Millimeter an) ausgezogen wird.

IMG_20231019_142106.jpgDie Beschriftung auf dem Objektiv bedeutet:

Plan = eben für eine plane Wiedergabe korrigiert
4 = Vergrößerungsfaktor
0.10 = numerische Apertur (Blende)
160 = Arbeitsabstand (Hinterlinse-Sensor)
0.17 = optimale Dicke des Deckglases (kommt nur bei der Verwendung an Mikroskopen zum tragen)

Bei diesen kleinen Linsen kommt natürlich trotz der vermeintlich großen Blendenöffnung nicht gerade das meiste Licht beim Sensor an. Es ist also in jedem Fall eine künstliche Lichtquelle notwendig. Leistungsstark und überdies auch noch ganz gut regelbar sind Speedlights – also die handlichen Blitzgeräte, die man entweder passend zur Kamera oder auch als einfachere Version erwerben kann. Die einfache Version reicht hier eigentlich aus: wir richten das Licht mit einigen Testaufnahmen ein und dazu reichen auch einfache Blitzgeräte. Sie sollten sich nur in der Leistung regeln lassen (meist in Schritten von 1/1 bis 1/128 Leistung – dazu ggf. noch in Teilschritten).

Ein Blitzgerät kann bereits ausreichend sein, zwei sind manchmal besser. Damit lässt sich das Licht etwas dreidimensionaler gestalten und das Motiv wirkt plastischer.

Hat man nur ein Licht zur Verfügung sind in jedem Fall Reflektoren notwendig. Einerseits um vorhandene Schatten aufzuhellen aber auch eben um das Licht etwas lebendiger werden zu lassen.
Jetzt aber nicht an normale Reflektoren denken! Hier bewegen wir uns in Millimeterbereichen! Die Motive befinden sich in einem Bereich von etwa 5mm vor der Frontlinse! Da ist nicht viel Platz für eine normale Ausleuchtung. Kleine Stückchen weißen Papiers oder Alufolie, unter oder neben dem Motiv platziert, sind meist ausreichend – machen aber durchaus etwas Mühe beim Ein-/Ausrichten! Daher eben Probeaufnahmen!

Das Licht aus dem Blitz sollte unbedingt mit einem Diffusor gesoftet werden! Der Diffusor streut das Licht, verringert harte Kontraste und sorgt für eine etwas schattenfreiere Ausleuchtung. Neben der bereits beschriebenen Version für einen Blitzvorsatz, gibt es auch noch die Möglichkeit einen Diffusor direkt am Motiv zu plaziere: weil unsere Motive jetzt sehr klein werden, kann hier z.B. ein entsprechend aufgeschnittener Kunststoff-Trinkbecher helfen. Der Becher wird wie ein Rohr (er erhält unten einen kleinen Schlitz) über das Motiv geschoben und wirkt ähnlich wie ein Lichtzelt im Kleinformat. Auch helfen hier ggf. kleine Stücke Architektenpapier – das ist als Diffusor immer gut!

Die Diffusoren oder auch die Aufheller lassen sich übrigens gut mit flexiblen Armen („dritte Hand“) mit Krokoklemmen am Ende halten. Hier kann man –wie so oft in der Fotografie- sehr kreativ werden.

IMG_20230903_121933_klein_dpixx.jpg
Aufbau im Ganzen, Vollformatkamera mit Balgen auf Macro-Rail, Blitz mit Selbstbau-Diffusor und Funkauslösung
Man sieht das kleine Papierstück als Reflektor, um auch Licht auf die Unterseite des Motivs zu erhalten.

IMG_20230903_121825_klein_dpixx.jpg
So klein ist die Fliege...hier auf der Spitze eines (grün-bemalten) Zahnstochers

2023-09-03 00-44-45_klein_dpixx2.jpg
...und DAS kommt dabei heraus!:D
Also ICH bekomme durch eine solche Sicht auf diese winzigen Wesen eine gewisse Ehrfurcht...es ist einfach alles ein Wunder der Natur!
Viel zu schade (wertvoll?), um es mit einem KLATSCH zu töten...:rolleyes:

Eine weitere Möglichkeit unsere kleinen Motive zu erhellen sind aber auch LED-Dauerlichter. Hier gibt es sehr praktische, kleine, flexible Leuchten von einem Schwedischen Möbelhaus! Diese kleinen Leuchten lassen sich über USB betreiben und sind durch ihre geringe Baugröße ideal für unsere beengten Platzverhältnisse. Allerdings ist die Lichtausbeute deutlich geringer, als beim Blitzlicht und daher wird hier die Belichtungszeit länger. Bei stabilem Stativ und ggf. Spiegelvorauslösung (natürlich nur bei DSLR) sollte dies aber auch ohne Verwackeln funktionieren.

IMG_20231020_133403.jpg
Man sieht hier (Aufnahme mit Smartphone) deutlich eine wärmere Farbwiedergabe!

Auch bei den LED-Leuchten sind Diffusoren weiter hilfreich, obwohl hier das Licht nicht ganz so harte Schatten wie beim Blitz erzeugt. Und Hinweis: bei der Nutzung an (wie oben gezeigt) "Power-Banks" kann es zu einer Abschaltung kommen! Manche Power-Banks schalten bei zu geringer Last nach einiger Zeit ab. Dann besser über den USB-Anschluss des PC / Notebook oder Steckerlader nutzen!

Noch ein Hinweis: Blitzlicht sorgt eigentlich immer für eine neutrale Farbwiedergabe – bei den LED-Leuchten kann es durchaus zu Farbabweichungen kommen. Diese sind aber in der Nachbearbeitung schnell wieder ausgebügelt.

Ich habe die LED-Leuchten nur Testweise genutzt - vorzeigbare Bilder gibt es davon noch nicht.;)


Da dieses Forum leider immer noch nicht mehr als 10.000 Zeichen zulässt 😤 ...geht es im nächsten Beitrag weiter!:mad:
 

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...es geht also weiter:

Das war jetzt das 4x-Objektiv…schauen wir noch kurz zum Ergebnis mit dem 10x-Objektiv?
Der Aufnahmeabstand reduziert sich nochmals und das Motiv befindet sich jetzt nur noch wenige Millimeter vor der Frontlinse. Das Licht wird auch etwas dunkler…aber die Schärfe und die Detailwiedergabe dieser winzigen Optik sind schon echt atemberaubend.

Hier noch einmal ein Facettenauge der kleinen, lediglich 8mm großen Goldfliege.
Das Auge misst in der Höhe etwa 2mm!
2023-09-30 14-28-46_klein_dpixx.jpg

Und erst nach einer solchen Aufnahme sieht man, wieviel Staub und Schmutz sich auf diesen kleinen (toten!) Wesen befinden.
Man kann natürlich viel davon in der Nachbearbeitung noch retouchieren...hier habe ich es mal nur moderat getan...

Und hier mal ein (noch intaktes) Bein dieser Goldfliege!
0,8mm Tiefenschärfebereich
140 Aufnahmen mit jeweils 5 tausendstel Millimeter Vorschub
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Aber dringen wir ruhig noch ein wenig weiter vor…in bislang unsichtbare Welten.

Mit dem Foto einer verstorbenen Mini-Fliege, bei der ich echt nicht sehen konnte, wie und an welcher Stelle ich die jetzt vorsichtig auf die Spitze einer normalen Stecknadel geklebt habe.

Zunächst die Fliege auf der Stecknadel (ja…dieser Metallstab ist eine Stecknadel – Aufnahme hier mit der Makrofunktion des Handys)…dann auf das Mini-Stativ in die Krokoklemme gesetzt, Startpunkt fokussiert, Licht (halbwegs passend) gesetzt und los geht’s…
IMG_20231003_115023.jpg

Nutzt man nun das 10x-Mikroskop-Objektiv, dann wird DAS daraus:
Etwa 1,25mm Tiefenschärfebereich
104 Aufnahmen mit jeweils 12-tausendstel Millimeter Vorschub!
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Noch nicht perfekt (es gibt noch "Lücken" - also doch ein etwas zu großer Vorschub!), aber schon wirklich faszinierend...oder?

Alle bisherigen Aufnahmen wurden mit Blitzlicht gemacht. Die LED-Beleuchtung habe ich nur kurz ausprobiert. Sie funktioniert und ich werde dazu sicher auch mal Bilder ins Forum stellen.

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Tja…und damit endet dieser kleine Ausflug in die weite Welt der Makrofotografie. Sicherlich war es für einige viel Stoff, andere habe ich sicher gelangweilt. Es sollte ein grober Überblick über die Möglichkeiten sein – mit „nur“ ca. 16 Seiten DIN A4 war leider keine größere Tiefe in den einzelnen Themenbereichen möglich.

Ein tieferer Einstieg in all diese Themen ist hier mit moderatem Aufwand leider nur schwer umsetzbar. Mir hat es Spaß gemacht, mein (Halb-)Wissen mit Euch zu teilen und ich hoffe, ich konnte vielleicht etwas Interesse an der Makrofotografie wecken.

Wenn ich noch etwas „wichtiges“ vergessen habe – seht es mir nach oder fragt nach…:rolleyes:

Viele hier im Forum zeigen ja bereits hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Makrofotografie – da wäre evtl. ein Einstieg in größere ABM reizvoll?

Was immer ihr nun aus all dem Geschreibsel macht…macht Fotos und seid glücklich mit Eurem vielfältigen und schönen Hobby!:giggle:
 
Zuletzt bearbeitet:
... Ich denke jedenfalls, dass Stacking mit einem Schlitten zwar wesentlich aufwändiger zu realisieren ist, aber dafür bestimmt effektiver und qualitativ besser ist. Das Hauptproblem für mich ist, dass sich die kleinen Krabbler und Flieger schnell bewegen. Und dann ist Stacking keine Option.
Die Qualität mit der internen Fokusreihe bei den passenden Einstellungen und zusammengerechnet mit einem externen Programm z.B. Helicon Focus lässt aus meiner Sicht nichts zu Wünschen übrig. Auch mit einem automatisierten Schlitten müssen die Bilder in einem externen Programm zusammen gerechnet werden. Was bei beiden Verfahren manchmal Probleme bereitet sind optische Überschneidungen von Vordergrund zum Hintergrund die sich als sogenannte Halos zeigen. Meine Beobachtung ist, je länger die Brennweite desto geringer die Überschneidungen.

Die kleinen Lebewesen lassen sich sehr gut am frühen Morgen ablichten, wenn sie sich noch in der Nachtstarre befinden.
Dafür ist die interne Fokusreihe (aus der Hand) ideal, da dafür nur die Kamera + Objektiv gebraucht werden. Dies ist meine bevorzugte Vorgehensweise.
P7040889_22_C,Smoothing6_2023-07-04_1280.jpg

Um einzusteigen würde ich empfehlen zu Hause mit kleinen Teilen z.B. Teile von Obst oder Gemüse zu beginnen, um die "richtigen" Einstellungen zu erarbeiten. Auch hier gilt, wie immer in der Fotografie üben, üben und nochmals üben

Beispiel aus der Natur für zu Hause: Blutpflaume von den Vögeln angepickt
41 verechnete Aufnahmen einer internen Fokusreihe, aufgenommen mit Blende 5.0 und ISO 800 bei einer Belichtungszeit von 1/80s mit 90mm Brennweite
P7280184_41_A,Radius8,Smoothing4_2023-07-29_1280.jpg
 
Wow, das waren aber mega Aufnahmen, vielen Dank. Und Du hast sehr viel Zeit für uns investiert! Ebenfalls dafür nochmal DANKE! Auch wenn ich das ganze Zubehör nicht habe und auch noch nicht die Zeit (zur Rente dauert es noch ein bisschen), mein Horizont wurde sehr erweitert und ich weiß jetzt, worauf ich hinspare ;)
 
Wow, das waren aber mega Aufnahmen, vielen Dank. Und Du hast sehr viel Zeit für uns investiert! Ebenfalls dafür nochmal DANKE! Auch wenn ich das ganze Zubehör nicht habe und auch noch nicht die Zeit (zur Rente dauert es noch ein bisschen), mein Horizont wurde sehr erweitert und ich weiß jetzt, worauf ich hinspare ;)
Lieben Dank Pia!:)(y)
Ich habe ja schon mehrfach solche Beiträge hier ins Forum gestellt (Tropfenfotografie, Astrofotografie, etc...), aber hier kommt echt wenig Resonanz.:rolleyes:
Daher ist es doppelt schön, wenn ich Kommentare wie Deinen erhalte!:love:
 
Die Qualität mit der internen Fokusreihe bei den passenden Einstellungen und zusammengerechnet mit einem externen Programm z.B. Helicon Focus lässt aus meiner Sicht nichts zu Wünschen übrig. Auch mit einem automatisierten Schlitten müssen die Bilder in einem externen Programm zusammen gerechnet werden. Was bei beiden Verfahren manchmal Probleme bereitet sind optische Überschneidungen von Vordergrund zum Hintergrund die sich als sogenannte Halos zeigen. Meine Beobachtung ist, je länger die Brennweite desto geringer die Überschneidungen.

Die kleinen Lebewesen lassen sich sehr gut am frühen Morgen ablichten, wenn sie sich noch in der Nachtstarre befinden.
Dafür ist die interne Fokusreihe (aus der Hand) ideal, da dafür nur die Kamera + Objektiv gebraucht werden. Dies ist meine bevorzugte Vorgehensweise.
Anhang anzeigen 60786

Um einzusteigen würde ich empfehlen zu Hause mit kleinen Teilen z.B. Teile von Obst oder Gemüse zu beginnen, um die "richtigen" Einstellungen zu erarbeiten. Auch hier gilt, wie immer in der Fotografie üben, üben und nochmals üben

Beispiel aus der Natur für zu Hause: Blutpflaume von den Vögeln angepickt
41 verechnete Aufnahmen einer internen Fokusreihe, aufgenommen mit Blende 5.0 und ISO 800 bei einer Belichtungszeit von 1/80s mit 90mm Brennweite
Anhang anzeigen 60785
Vielen Dank für Deine Anregungen.
Das Foto der Pflaume zeigt das Potential, das in dieser Technik steckt.
Der Winter steht vor der Tür; dann habe ich bestimmt Muße, mal ein wenig ausführlicher herumzuprobieren.
 
Ganz herzlichen
...es geht also weiter:

Das war jetzt das 4x-Objektiv…schauen wir noch kurz zum Ergebnis mit dem 10x-Objektiv?
Der Aufnahmeabstand reduziert sich nochmals und das Motiv befindet sich jetzt nur noch wenige Millimeter vor der Frontlinse. Das Licht wird auch etwas dunkler…aber die Schärfe und die Detailwiedergabe dieser winzigen Optik sind schon echt atemberaubend.

Hier noch einmal ein Facettenauge der kleinen, lediglich 8mm großen Goldfliege.
Das Auge misst in der Höhe etwa 2mm!
Anhang anzeigen 60768

Und erst nach einer solchen Aufnahme sieht man, wieviel Staub und Schmutz sich auf diesen kleinen (toten!) Wesen befinden.
Man kann natürlich viel davon in der Nachbearbeitung noch retouchieren...hier habe ich es mal nur moderat getan...

Und hier mal ein (noch intaktes) Bein dieser Goldfliege!
0,8mm Tiefenschärfebereich
140 Aufnahmen mit jeweils 5 tausendstel Millimeter Vorschub
Anhang anzeigen 60769

Aber dringen wir ruhig noch ein wenig weiter vor…in bislang unsichtbare Welten.

Mit dem Foto einer verstorbenen Mini-Fliege, bei der ich echt nicht sehen konnte, wie und an welcher Stelle ich die jetzt vorsichtig auf die Spitze einer normalen Stecknadel geklebt habe.

Zunächst die Fliege auf der Stecknadel (ja…dieser Metallstab ist eine Stecknadel – Aufnahme hier mit der Makrofunktion des Handys)…dann auf das Mini-Stativ in die Krokoklemme gesetzt, Startpunkt fokussiert, Licht (halbwegs passend) gesetzt und los geht’s…
Anhang anzeigen 60770

Nutzt man nun das 10x-Mikroskop-Objektiv, dann wird DAS daraus:
Etwa 1,25mm Tiefenschärfebereich
104 Aufnahmen mit jeweils 12-tausendstel Millimeter Vorschub!
Anhang anzeigen 60771
Noch nicht perfekt (es gibt noch "Lücken" - also doch ein etwas zu großer Vorschub!), aber schon wirklich faszinierend...oder?

Alle bisherigen Aufnahmen wurden mit Blitzlicht gemacht. Die LED-Beleuchtung habe ich nur kurz ausprobiert. Sie funktioniert und ich werde dazu sicher auch mal Bilder ins Forum stellen.

_____________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Tja…und damit endet dieser kleine Ausflug in die weite Welt der Makrofotografie. Sicherlich war es für einige viel Stoff, andere habe ich sicher gelangweilt. Es sollte ein grober Überblick über die Möglichkeiten sein – mit „nur“ ca. 16 Seiten DIN A4 war leider keine größere Tiefe in den einzelnen Themenbereichen möglich.

Ein tieferer Einstieg in all diese Themen ist hier mit moderatem Aufwand leider nur schwer umsetzbar. Mir hat es Spaß gemacht, mein (Halb-)Wissen mit Euch zu teilen und ich hoffe, ich konnte vielleicht etwas Interesse an der Makrofotografie wecken.

Wenn ich noch etwas „wichtiges“ vergessen habe – seht es mir nach oder fragt nach…:rolleyes:

Viele hier im Forum zeigen ja bereits hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Makrofotografie – da wäre evtl. ein Einstieg in größere ABM reizvoll?

Was immer ihr nun aus all dem Geschreibsel macht…macht Fotos und seid glücklich mit Eurem vielfältigen und schönen Hobby!:giggle:
Ganz herzlichen Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen und Tipps!!!!!
Sie haben mir die Möglichkeiten der Makrofotografie erstmals wirklich aufgezeigt.
Ich werde garantiert einige Deiner Vorgehensweisen im nahenden Winter mal intensiver versuchen nachzuvollziehen.
 

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